MG Stenzel.

wörter machen was mit ihm.

de-kom-press-ion

im anfang war das staunen

wie lange ein mensch fallen kann,

ohne

aufzuschlagen,

obwohl ein dumpfer aufprall

immer amygdalanah

hinter den lidern,

lauert

das große wasser

zieht sich über mir zusammen

wie eine lawine

aus zu vielen wörtern.

der druck

umfängt den brustkorb.

enger.

noch enger.

bis die seele

im schlamm

des marianengrabens

einen schlaf erkennt,

ein meer der ruhe.

ein kühles grab?

zieht

die tiefe mich?

ertrinkt

mein atem

in mir?

es ist

die luft,

die schon lange

nach oben will

eine blase

tropft durch

die aufeinandergepressten lippen,

tritt rund

wie der vollmond

aus meinem mund.

ein wort,

noch ohne sprache.

ich folge ihm.

nicht gleich.

aufsteigen.

pause.

weiter.

pause.

langsam,

wie eine tiefe wunde

sich erinnert,

heil gewesen zu sein.

ist dieses schweben

notwendig,

damit der druck

mich nicht zerreißt?

warten.

sprechen.

weitersteigen.

weiter schweigen.

weiter werden.

vielleicht

ist sprechen

nichts anderes

als die tiefe

in kleinen mengen

aus dem körper zu lassen.

atem für atem.

wort für wort.

bis der ozean

leichter wird

und die seele

dahintersteigt,

daß sie

nicht fällt,

sondern

vom schweren atem

gerettet wird.

TEXTE.

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